WM 2026 Rückblick 26. Juni — Dembélé-Hattrick, Spaniens Mühe & Kap Verdes Coup
Der vorletzte Vorrundenabend hat die Gruppen G, H und I entschieden — und für mich war es der Abend, an dem sich der ganze obere Teil des K.-o.-Baums geklärt hat. Frankreich machte aus einem Pflichtspiel eine Machtdemonstration, Spanien gewann mit hängender Zunge, und ein winziger Inselstaat schrieb das schönste WM-Märchen dieses Sommers. Ich gehe die sechs Partien durch, vergebe meine Noten — und ordne ein, was der Abend für die Nati bedeutet, die als Gruppensieger jetzt auf ihren Sechzehntelfinal-Gegner wartet.

- Ousmane Dembélé schiesst innerhalb von 32 Minuten einen Hattrick (7’/20’/32′) — Frankreich gewinnt Gruppe I mit perfekten 9 Punkten und bleibt mein Top-Favorit (Quote 4.50).
- Spanien quält sich zu einem 1:0 gegen Uruguay (Baena, 42′) — Gruppensieg ja, aber die Quote driftet (siehe mein Quoten-Text).
- Kap Verde holt nach dem 0:0 gegen Saudi-Arabien als kleinste Nation der Geschichte ein WM-Achtelfinal — ungeschlagen durch die Gruppe.
Frankreich – Norwegen 4:1: Dembélés halbe Stunde
Das war die Ansage des Abends. Frankreich liess gegen ein durchrotiertes Norwegen einem frühen Sturm freien Lauf: Ousmane Dembélé traf in der 7., 20. und 32. Minute — ein Hattrick, der komplett in der ersten Halbzeit abgeschlossen war. So etwas sieht man bei einer WM extrem selten; ein lupenreiner Erste-Halbzeit-Dreierpack gehört zu den seltensten Bildern dieses Turniers. Thelo Aasgaard hatte für Norwegen zwischenzeitlich auf 1:2 verkürzt (21′), doch Désiré Doué setzte in der Nachspielzeit (90+4′) den Schlusspunkt zum 4:1.
Dembélé selbst blieb bei aller Brisanz bescheiden: «I’m happy. It’s a unique and special moment for me.» (auf Deutsch: «Ich bin glücklich. Es ist ein einzigartiger, besonderer Moment für mich.») — und schob die Mannschaftsperspektive nach: «We have to stay focused. It was an important game to top the group.» (auf Deutsch: «Wir müssen fokussiert bleiben. Es war ein wichtiges Spiel, um die Gruppe zu gewinnen.»). Pikant am Rande: Trainer Didier Deschamps fehlte nach dem Tod seiner Mutter, Co-Trainer Guy Stéphan führte das Team — und es funktionierte reibungslos.
Frankreich beendet Gruppe I mit drei Siegen, 9 Punkten und +8 Toren. Für mich bleibt die Équipe der klare Turnierfavorit; die Sportwetten-Anbieter sehen das genauso und haben die Frankreich-Quote auf den Titel von 5.00 auf 4.50 verkürzt (Quotenvergleich OddsPortal, Stand 27.06.2026).
Bewertung: 9 von 10. Eine perfekte Vorrunde, der gefährlichste Sturm des Turniers — und das ohne Cheftrainer an der Linie.
Spanien – Uruguay 1:0: Gruppensieg mit Mühe
Spanien hat geliefert, was zählt — den Gruppensieg in Gruppe H —, aber die Art und Weise lässt mich grübeln. Álex Baena traf in der 42. Minute, danach verwaltete die Roja ein zähes 1:0 gegen ein defensiv diszipliniertes Uruguay. Kein Spektakel, keine Souveränität, sondern Arbeit. Genau diese Mühe hat an den Quoten gezogen: Spanien ist im Titelmarkt hinter Argentinien zurückgefallen (dazu mehr in meinem Quoten-Text zum Favoritenwechsel).
Ein Wermutstropfen für die K.-o.-Phase: Pedri steht bei einer Gelben Karte — ein weiterer Tadel hätte zur Sperre fürs Sechzehntelfinale geführt. Zur Erinnerung: Die Gelben Karten werden nach der Vorrunde zurückgesetzt, das Risiko ist also überstanden.
Bewertung: 6 von 10. Effizient, aber blutleer. Wer Titelambitionen hat, gewinnt solche Spiele souveräner.
Belgien – Neuseeland 5:1 und Senegals Schützenfest
In Gruppe G drehte Belgien auf: 5:1 gegen Neuseeland, mit einem Doppelpack von Leandro Trossard (28′, 50′), Toren von Kevin De Bruyne (66′), Romelu Lukaku (86′) und Alexis Saelemaekers (90+4′); Elijah Just hatte für die Kiwis zum zwischenzeitlichen Anschluss getroffen (84′). Das 5:1 war goldwert: Belgien und Ägypten standen beide bei 5 Punkten, die bessere Tordifferenz machte die Belgier zum Gruppensieger. Ägypten zog nach dem 1:1 gegen den Iran (Saber 5′, Rezaeian 14′; ein später Iran-«Siegtreffer» zählte wegen Abseits nach VAR nicht) als Zweiter ins Sechzehntelfinale ein.
Parallel zerlegte Senegal ein früh dezimiertes Irak 5:0 — Habib Diarra (4′), Ismaïla Sarr (56′), ein Doppelpack von Pape Gueye (59′, 71′) und Iliman Ndiaye (82′); Rebin Sulaka sah beim Irak schon in der 13. Minute Rot. Senegal (3 Punkte, +2) ist damit einer der heissesten Kandidaten auf einen der acht besten Gruppendritten.
Bewertung: 7 von 10 für Belgiens Effizienz, 8 von 10 für Senegals Auftritt — kaltschnäuziger geht es kaum.
Kap Verde schreibt Geschichte
Das ist die Geschichte, die ich mir merke. Mit einem 0:0 gegen Saudi-Arabien sicherte sich Kap Verde Platz 2 in Gruppe H — und wurde damit zur bevölkerungsärmsten Nation, die je das Achtelfinale einer Männer-WM erreicht hat. Ungeschlagen, mit Remis gegen Spanien und Uruguay, ein Turnierdebütant, der mit drei Unentschieden weiterkommt.
Trainer Bubista fand die passenden Worte: «We are proud of having arrived at this stage. We have shown that we are a small country, but that we fight for the things that we want to achieve.» (auf Deutsch: «Wir sind stolz, diese Phase erreicht zu haben. Wir haben gezeigt, dass wir ein kleines Land sind, aber für das kämpfen, was wir erreichen wollen.») Und: «I’ve always said that sooner or later Cape Verde would be on such a stage.» (auf Deutsch: «Ich habe immer gesagt, dass Kap Verde früher oder später auf einer solchen Bühne stehen würde.»)
Als Schweizer Fan habe ich für solche Geschichten ein Faible: Ein Land mit weniger Einwohnern als der Kanton Zürich steht im WM-Achtelfinal. Das ist genau die Romantik, für die dieses 48er-Format gescholten wird — und die es ausnahmsweise einlöst.
Bewertung: 10 von 10 — nicht für die Tore, sondern für das, was dieser Punktgewinn bedeutet.
Was der 26. Juni für die Nati bedeutet
Sportlich brennt mich am meisten die eigene Perspektive. Mit den entschiedenen Gruppen G, H und I hat sich der obere Teil des Sechzehntelfinal-Baums geklärt. Die Schweiz hat Gruppe B als Erster abgeschlossen (7 Punkte, +4) und wartet jetzt darauf, welcher Gegner aus den heute Abend endenden Gruppen J, K und L auf sie zukommt. Wer als Gruppensieger weiterkommt — wie die Nati —, vermeidet im Idealfall die ganz dicken Brocken in der ersten K.-o.-Runde.
Frankreich (Sieger I), Spanien (Sieger H) und Belgien (Sieger G) sind durch — und liegen aus Schweizer Sicht erfreulich weit weg im Tableau. Was konkret auf die Nati zukommt, ordne ich in meiner Achtelfinal-Vorschau ein, sobald heute Abend die letzten drei Gruppen durch sind.
Mein Abend-Urteil
Drei Sieger, die alles über sich verrieten: Frankreich brutal effizient, Belgien souverän, Spanien zäh. Mein Bild des Abends bleibt aber Dembélés halbe Stunde — das war der Moment, in dem aus einem Favoriten ein Topfavorit wurde. Und mein Herz schlägt für Kap Verde: Wenn ein Inselstaat das Achtelfinale erreicht, ist die WM trotz aller Quoten-Mathematik noch immer ein Sport für Träumer.
Weiterlesen: meine WM-2026-Tipps für Samstag, die Achtelfinal-Vorschau und warum Argentinien Spanien als zweiter Favorit überholt hat. Hintergrund zu den Gruppen liefert der WM 2026 Gruppen-Überblick.
Externe Quellen: ESPN — World Cup, SRF Sport — Fussball. Quoten Stand wie angegeben (Quotenvergleich OddsPortal, 27.06.2026); Wetten ab 18 — Sportwetten in der Deutschschweiz nur über lizenzierte Anbieter (Sporttip/Swisslos).
Erstellt von der Redaktion von „WM 2026 Wetten“.
