WM 2026 Guide — Alles zum grössten Fussball-Turnier aller Zeiten

32 Teams, acht Gruppen, 64 Spiele — dieses Format hat den Fussball seit 1998 begleitet. Es war vertraut, es war überschaubar, und es hat Klassiker hervorgebracht, die wir nie vergessen werden. Aber diese Ära ist vorbei. Die WM 2026 bricht mit allem, was wir kennen: 48 Mannschaften, 12 Gruppen, 104 Spiele, drei Gastgeberländer auf einem Kontinent, 16 Stadien und ein Turnierverlauf, der selbst Experten vor neue Fragen stellt. Es ist nicht einfach eine Erweiterung — es ist ein neues Turnier mit eigener DNA.
Ich analysiere internationale Fussballturniere seit der WM 2018 in Russland. Acht Jahre, drei Weltmeisterschaften, zwei Europameisterschaften — und keines dieser Turniere hat mich so herausgefordert wie die Vorbereitung auf 2026. Nicht wegen mangelnder Daten, sondern wegen der schieren Menge an Variablen. Zum ersten Mal in der WM-Geschichte gibt es Debütanten aus vier Verbänden, Gruppen mit Mannschaften, die sich noch nie auf dem Platz begegnet sind, und ein Knockout-Format, das 32 Teams in die Eliminationsrunde schickt. Dieser WM 2026 Guide ist mein Versuch, dieses Mammutturnier greifbar zu machen — für Fans, für Analysten und für alle, die verstehen wollen, was auf sie zukommt.
Die Schweiz ist mittendrin. Gruppe B, drei Spiele auf der nordamerikanischen Westküste, Anstosszeiten um 21:00 Uhr CEST. Die Nati hat sich souverän qualifiziert und geht als Favoritin in ihre Gruppe. Aber bevor wir über Chancen und Quoten reden, müssen wir das Fundament legen: Wie funktioniert dieses Turnier?
Ladevorgang...
Neues Format — Wie die WM 2026 funktioniert
Stellt euch vor, jemand nimmt euren Lieblingsfilm und dreht eine Fortsetzung, die 50 Prozent länger ist, doppelt so viele Charaktere hat und an drei verschiedenen Drehorten spielt. Genau das hat die FIFA mit der Weltmeisterschaft gemacht. Die Frage, die sich jeder stellen muss: Wird der Film dadurch besser — oder nur lauter?
Die Antwort beginnt mit den Zahlen. 48 Mannschaften ersetzen das bisherige 32-Team-Feld. Diese 48 werden in 12 Gruppen zu je 4 Teams aufgeteilt. Jedes Team spielt dreimal in der Vorrunde — das bleibt identisch zum alten Format. Der entscheidende Unterschied liegt im Übergang zur K.-o.-Runde: Die beiden Erstplatzierten jeder Gruppe qualifizieren sich direkt, dazu kommen die acht besten Gruppendritten. Das ergibt 32 Teams im Sechzehntelfinale — dem neuen Round of 32, das es bisher bei keiner WM gegeben hat.
Was bedeutet das in der Praxis? Die Wahrscheinlichkeit, die Gruppenphase zu überstehen, ist deutlich gestiegen. Bei 32 Teams kamen 16 von 32 weiter — also exakt die Hälfte. Jetzt schaffen es 32 von 48, also zwei Drittel aller Teilnehmer. Selbst ein dritter Platz in der Gruppe reicht in vielen Fällen aus. Für Mannschaften wie die Schweiz, die in den letzten Turnieren zuverlässig die Vorrunde überstanden haben, verschiebt sich das Minimalziel: Nicht mehr das Weiterkommen an sich ist die Leistung, sondern der Gruppensieg und der damit verbundene leichtere Weg in der K.-o.-Runde.
| Merkmal | WM 2022 (alt) | WM 2026 (neu) |
|---|---|---|
| Teilnehmer | 32 | 48 |
| Gruppen | 8 (je 4 Teams) | 12 (je 4 Teams) |
| Gruppenspiele pro Team | 3 | 3 |
| Teams in K.-o.-Runde | 16 | 32 |
| K.-o.-Runden | 4 (AF, VF, HF, Finale) | 5 (Sechzehntel, AF, VF, HF, Finale) |
| Gesamtspiele | 64 | 104 |
| Turnierdauer | 29 Tage | 39 Tage |
Der Turnierbaum ab dem Round of 32 funktioniert wie bei bisherigen Weltmeisterschaften nach dem Eliminationsprinzip: Ein Spiel, ein Verlierer geht nach Hause. Bei Gleichstand nach 90 Minuten folgt Verlängerung, dann Elfmeterschiessen. Das Finale steigt am 19. Juli 2026 im MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey. Die zusätzliche K.-o.-Runde — das Sechzehntelfinale — fügt dem Turnier eine weitere Woche hinzu und stellt Mannschaften vor eine neue Herausforderung: Wer seine besten Spieler in der Gruppenphase schont, kann in der langen K.-o.-Phase profitieren. Kadertiefe wird bei dieser WM wichtiger als jemals zuvor.
Meine Bewertung des neuen Formats: 8 von 10. Die Erweiterung auf 48 Teams ist gewagt, aber die Struktur ist durchdacht. Drei Gruppenspiele pro Team bleiben — das vermeidet die Verwässerung, die viele Kritiker befürchtet haben. Der Nachteil: 104 Spiele über 39 Tage können die Gruppenphase in den Augen vieler Zuschauer entwerten, weil zu viele irrelevante Partien stattfinden. Für Wettanalysten ist das Gegenteil der Fall — mehr Spiele bedeuten mehr Datenpunkte, mehr Quoten-Ineffizienzen und mehr Gelegenheiten, den Markt zu schlagen.
Ein Aspekt, der oft übersehen wird: Die Regel der besten Gruppendritten verändert das taktische Kalkül in der dritten Runde fundamental. Ein Team, das nach zwei Spielen einen Punkt hat, kann im dritten Spiel alles auf Angriff setzen — denn selbst eine Niederlage mit einer akzeptablen Tordifferenz könnte für den Einzug als bester Dritter reichen. Das macht die letzten Gruppenspieltage unberechenbar und für Live-Wetten besonders attraktiv.
Die Mathematik dahinter ist aufschlussreich: 24 Teams qualifizieren sich als Erste und Zweite direkt, weitere 8 als beste Drittplatzierte. Von 12 Gruppendritten kommen also zwei Drittel weiter. In der Praxis bedeutet das: Drei Punkte und eine neutrale Tordifferenz sollten in fast allen Szenarien für den Einzug ins Round of 32 genügen. Bei der EM 2016 — dem letzten grossen Turnier mit einer Drittplatzierten-Regel — reichten Portugal vier Punkte als Gruppendritter, um am Ende den Titel zu holen. Dieses Szenario ist auch bei der WM 2026 denkbar: Eine Mannschaft startet holprig, rettet sich als Dritter in die K.-o.-Runde und findet dann den Rhythmus.
Für Wettanalysten eröffnet das eine völlig neue Kategorie von Märkten. Die Frage „Kommt Team X weiter?“ hat bei 48 Teams und der Drittplatzierten-Regel eine deutlich höhere Grundwahrscheinlichkeit als beim alten Format. Quoten auf das Weiterkommen eines Aussenseiters, die auf dem Papier attraktiv wirken, bieten daher weniger Value als man intuitiv annehmen würde — der Markt muss die gestiegene Durchkommensquote einpreisen. Umgekehrt werden Quoten auf ein Ausscheiden eines Favoriten in der Gruppenphase extrem niedrig angesetzt, obwohl das Risiko real bleibt: Auch bei der WM 2022 schied Deutschland als Gruppendritter aus.
Drei Gastgeber — USA, Mexiko und Kanada

Noch nie in der Geschichte der Fussball-Weltmeisterschaft haben sich drei Länder die Gastgeberrolle geteilt. Die gemeinsame Bewerbung „United 2026“ von den USA, Mexiko und Kanada setzt ein geopolitisches Statement — und stellt die Organisatoren vor logistische Aufgaben, die es in dieser Form nicht gegeben hat. Spieler reisen zwischen Meereshöhe und 2 240 Metern Höhe (Mexiko-Stadt), zwischen pazifischer Kühle (Vancouver) und texanischer Hitze (Houston), zwischen Stadien in Metropolen und Arenen im Vorortgürtel.
Die Verteilung der 104 Spiele ist ungleichmässig — und das ist Absicht. Die USA tragen mit 78 Spielen in 11 Stadien den grössten Anteil, einschliesslich aller K.-o.-Spiele ab dem Viertelfinale, beider Halbfinals und des Finales. Mexiko richtet 13 Spiele in drei Stadien aus und erhält dafür das prestigeträchtigste Spiel des gesamten Turniers: das Eröffnungsspiel am 11. Juni im Estadio Azteca. Kanada, das zum ersten Mal überhaupt eine Fussball-WM mitausrichtet, stellt zwei Stadien für 13 Spiele, darunter das Gruppenspiel Schweiz vs Kanada in Vancouver.
| Land | Stadien | Spiele | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| USA | 11 (MetLife, SoFi, Hard Rock, AT&T, NRG, Mercedes-Benz, Lumen Field, Levi’s, Lincoln Financial, Gillette, Arrowhead) | 78 | Finale, Halbfinals, alle VF |
| Mexiko | 3 (Estadio Azteca, BBVA Monterrey, Akron Guadalajara) | 13 | Eröffnungsspiel |
| Kanada | 2 (BMO Field Toronto, BC Place Vancouver) | 13 | Erste WM-Mitausrichtung |
Für die Schweiz ist die geografische Lage der Spielorte relevant. Alle drei Nati-Gruppenspiele finden an der Westküste statt — Levi’s Stadium bei San Francisco, SoFi Stadium bei Los Angeles und BC Place in Vancouver. Die Entfernungen zwischen diesen Städten sind für europäische Verhältnisse erheblich: San Francisco nach Los Angeles sind rund 600 Kilometer, Los Angeles nach Vancouver über 1 700 Kilometer. Flugzeiten von zwei bis drei Stunden zwischen den Spielen, dazu Jetlag-Management und Akklimatisierung an die pazifische Zeitzone (UTC-7 im Sommer, also 9 Stunden hinter der Schweiz).
Der Heimvorteil der USA ist real, aber er verteilt sich ungleichmässig. Die amerikanische Mannschaft spielt ihre Gruppenspiele in Stadien, die sie aus der MLS und den NFL-Spieltagen kennt — vor einem Publikum, das zwar fussballbegeistert, aber nicht mit der Leidenschaft südamerikanischer oder europäischer Fankurven vergleichbar ist. Mexiko hingegen profitiert von einer Infrastruktur, die den Fussball seit Generationen atmet: Das Estadio Azteca, das zum dritten Mal in seiner Geschichte eine WM erlebt, wird am Eröffnungsabend eine Atmosphäre bieten, die kein anderes Stadion des Turniers reproduzieren kann. Kanada ist der Neuling unter den Gastgebern — BC Place in Vancouver und BMO Field in Toronto sind kompakt und stimmungsvoll, aber deutlich kleiner als die amerikanischen Mega-Arenen.
Mein persönlicher Eindruck: Die USA haben die beste Infrastruktur, Mexiko die beste Atmosphäre und Kanada die charmanteste Bühne. Für das Turnier als Ganzes ist die Dreiländer-Lösung ein Gewinn — sie bringt den Fussball auf einen Kontinent, der sich in den letzten zehn Jahren rapide entwickelt hat, und bietet den Fans eine Reiseerfahrung, die es bei keiner WM zuvor gegeben hat.
Ein Detail, das die logistische Dimension unterstreicht: AT&T Stadium in Arlington, Texas, wird mit neun Spielen die meisten Partien des gesamten Turniers ausrichten. Das Stadion fasst im Fussball-Modus rund 80 000 Zuschauer und liegt im Herzen der Dallas-Fort-Worth-Metropolregion, dem viertgrössten Ballungsraum der USA. Am anderen Ende des Spektrums steht BC Place in Vancouver mit 54 000 Plätzen — die kleinste Arena des Turniers, aber für Schweizer Fans die wichtigste, weil hier das Schlüsselspiel gegen Kanada am 24. Juni stattfindet.
Die klimatischen Bedingungen variieren erheblich zwischen den Spielorten. Mexiko-Stadt liegt auf 2 240 Metern Höhe — die dünne Luft beeinflusst die Ausdauer europäischer Spieler messbar. Houston und Miami bieten im Juni und Juli tropische Hitze mit Temperaturen über 35 Grad und extrem hoher Luftfeuchtigkeit. Seattle und Vancouver dagegen sind angenehm mild, mit Durchschnittstemperaturen um 20 Grad. Für die Schweiz ist die Westküsten-Route klimatisch ideal — weder extreme Hitze noch Höhenluft, sondern gemässigte Bedingungen, die dem europäischen Sommer ähneln.
Alle 12 Gruppen im Kurzcheck
12 Gruppen bedeuten 12 Mini-Turniere, jedes mit seiner eigenen Dynamik, seinen eigenen Überraschungen und seinem eigenen Drama. Ich habe jede Gruppe analysiert, die FIFA-Rankings verglichen, die historischen Begegnungen studiert und ein Schwierigkeitsranking erstellt, das von 1 (harmlos) bis 10 (tödlich) reicht. Hier ist der Schnelldurchlauf — mit meinem Verdikt zu jeder einzelnen Gruppe.
Gruppe A — Mexiko, Südkorea, Südafrika, Tschechien. Schwierigkeit: 6/10. Mexiko als Gastgeber unter Druck, Südkorea immer gut für eine Überraschung, Tschechien als frisch qualifizierter Playoff-Sieger mit Ambitionen. Südafrika vervollständigt eine ausgeglichene Gruppe, in der kein Weiterkommen sicher ist. Mein Tipp: Mexiko und Südkorea kommen weiter, aber der Weg dorthin wird steiniger als die Quoten vermuten lassen.
Gruppe B — Kanada, Schweiz, Katar, Bosnien und Herzegowina. Schwierigkeit: 5/10. Die Nati-Gruppe. Meine detaillierte Gruppenanalyse findet ihr auf der dedizierten Seite. Kurzversion: Schweiz und Kanada sind die klaren Favoriten, Katar und Bosnien Aussenseiter mit begrenztem Aufstiegspotenzial. Der Gruppensieg entscheidet sich am 24. Juni in Vancouver.
Gruppe C — Brasilien, Marokko, Haiti, Schottland. Schwierigkeit: 6/10. Brasilien ist der klare Favorit, aber Marokko — Halbfinalist 2022 — hat die Qualität für den zweiten Platz und darüber hinaus. Schottland bringt britische Kampfstärke mit, und Haiti als einziges Team der Karibik in der Vorrunde ist die romantische Geschichte dieser Gruppe. Mein Tipp: Brasilien auf Eins, Marokko auf Zwei.
Gruppe D — USA, Paraguay, Australien, Türkei. Schwierigkeit: 7/10. Die Gastgeber-Gruppe ist heisser als sie aussieht. Die Türkei hat sich über den Playoff-Weg qualifiziert und bringt eine junge, aggressive Mannschaft mit. Australien ist ein zäher WM-Teilnehmer, und Paraguay in Südamerika regelmässig unter den besten sechs. Die USA müssen liefern — alles andere als der Gruppensieg wäre eine Enttäuschung.
Gruppe E — Deutschland, Curaçao, Côte d’Ivoire, Ecuador. Schwierigkeit: 4/10. Die leichteste Gruppe des Turniers auf dem Papier. Deutschland geht als haushoher Favorit in eine Konstellation, die drei Siege ermöglicht. Curaçao als WM-Debütant wird die Erfahrung geniessen, ist aber chancenlos gegen die DFB-Elf. Côte d’Ivoire und Ecuador kämpfen um Platz zwei. Mein Tipp: Deutschland souverän auf Eins, Ecuador auf Zwei.
Gruppe F — Niederlande, Japan, Schweden, Tunesien. Schwierigkeit: 9/10. Meine zweitstärkste Gruppe. Japan hat 2022 Deutschland und Spanien in der Vorrunde geschlagen — Oranje sollte gewarnt sein. Schweden ist taktisch diszipliniert, Tunesien physisch stark. Jedes Ergebnis ist hier möglich. Mein Tipp: Japan überrascht und geht als Erster durch, die Niederlande müssen um Platz zwei kämpfen.

Gruppe G — Belgien, Ägypten, Iran, Neuseeland. Schwierigkeit: 5/10. Belgiens letzte Chance mit der goldenen Generation — De Bruyne, Lukaku und Co. müssen jetzt liefern, bevor das Fenster sich schliesst. Ägypten mit Mohamed Salah ist der stärkste Herausforderer. Iran hat WM-Erfahrung, Neuseeland ist der Aussenseiter. Mein Tipp: Belgien und Ägypten kommen weiter.
Gruppe H — Spanien, Kap Verde, Saudi-Arabien, Uruguay. Schwierigkeit: 8/10. Der Europameister trifft auf den vierfachen Südamerika-Champion. Spanien und Uruguay sind zwei Schwergewichte in einer Gruppe, die für beide anspruchsvoll wird. Saudi-Arabien hat bei der WM 2022 gezeigt, dass mit dieser Mannschaft zu rechnen ist. Kap Verde ist der Debütant und Aussenseiter. Mein Tipp: Spanien Erster, Uruguay Zweiter, aber Saudi-Arabien macht es beiden schwer.
Gruppe I — Frankreich, Senegal, Irak, Norwegen. Schwierigkeit: 7/10. Frankreich ist der klare Favorit, aber der Weg zum Gruppensieg führt über Senegal (Afrika-Cup-Sieger 2022), Norwegen mit Erling Haaland und den Irak als Playoff-Qualifikant. Auf dem Papier klar, in der Praxis gefährlich — Frankreich hat bei den letzten Turnieren immer wieder langsam gestartet. Mein Tipp: Frankreich Erster, Norwegen als Überraschungs-Zweiter.
Gruppe J — Argentinien, Algerien, Österreich, Jordanien. Schwierigkeit: 7/10. Der Titelverteidiger in einer Gruppe mit Österreich, das bei der EM 2024 im Achtelfinale stand, und Jordanien als WM-Debütant, der 2024 das Asien-Cup-Finale erreicht hat. Algerien bringt afrikanische Qualität mit. Argentinien geht als Favorit, aber Österreich hat die Mannschaft, um für eine Überraschung zu sorgen. Mein Tipp: Argentinien auf Eins, der Kampf um Platz zwei wird bis zum letzten Spieltag offen bleiben.
Gruppe K — Portugal, DR Kongo, Usbekistan, Kolumbien. Schwierigkeit: 9/10. Meine Todesgruppe des Turniers. Portugal und Kolumbien sind beides Teams mit Viertelfinal-Ambitionen, und eines von beiden wird bereits in der Vorrunde ausscheiden. Die DR Kongo ist physisch stark und unberechenbar, Usbekistan als Debütant hat in der asiatischen Qualifikation gezeigt, dass mit dieser Mannschaft zu rechnen ist. Mein Tipp: Portugal knapp vor Kolumbien, aber diese Gruppe ist ein Minenfeld.
Gruppe L — England, Kroatien, Ghana, Panama. Schwierigkeit: 8/10. Zwei Teams, die zusammen dreimal das WM-Halbfinale oder besser erreicht haben — in derselben Vorrunde. England und Kroatien sind die Favoriten, aber Ghana mit seiner goldenen Generation und Panama als erfahrener WM-Teilnehmer machen diese Gruppe zu einer echten Herausforderung. Mein Tipp: England Erster, Kroatien Zweiter — aber ein Stolperer ist wahrscheinlicher als die Quoten suggerieren.
Mein Ranking der drei schwierigsten Gruppen: K, F und L. Die drei leichtesten: E, B und G. Die Gruppenphase wird bei dieser WM länger, unberechenbarer und emotionaler als jemals zuvor — 12 Minidramen, jedes mit eigener Logik.
Spieltermine — Alle Zeiten für die Schweiz in CEST
Für Schweizer Fans ist die Zeitverschiebung das grosse Thema dieser WM. Die Spiele finden in nordamerikanischen Zeitzonen statt — und das bedeutet, dass ein erheblicher Teil der Partien in der Schweiz erst am späten Abend oder mitten in der Nacht angepfiffen wird. Wer 2014 die WM in Brasilien verfolgt hat, kennt das Gefühl: Der Wecker klingelt nicht für die Arbeit, sondern für ein Viertelfinalspiel um 02:00 Uhr. Bei der WM 2026 wird das zur Routine.
Die Schweiz liegt im Sommer auf CEST — Mitteleuropäische Sommerzeit, UTC+2. Die Differenz zu den US-amerikanischen Zeitzonen beträgt sechs Stunden zur Eastern Time (ET), sieben zur Central Time (CT), acht zur Mountain Time (MT) und neun zur Pacific Time (PT). Die meisten WM-Spiele werden zu drei Anstosszeiten stattfinden: 12:00 ET (18:00 CEST), 15:00 ET (21:00 CEST) und 18:00 ET (00:00 CEST). Spiele an der Westküste, die um 18:00 PT angepfiffen werden, beginnen in der Schweiz um 03:00 Uhr morgens.
| US-Anstosszeit | CEST (Schweiz) | Einordnung |
|---|---|---|
| 12:00 ET | 18:00 | Feierabend-Spiel |
| 15:00 ET / 12:00 PT | 21:00 | Hauptsendezeit |
| 18:00 ET / 15:00 PT | 00:00 | Nachtspiel |
| 21:00 ET / 18:00 PT | 03:00 | Tiefe Nacht |
Die gute Nachricht für Nati-Fans: Alle drei Schweizer Gruppenspiele sind auf 15:00 ET angesetzt, was 21:00 CEST entspricht — Hauptsendezeit in der Schweiz. Das ist kein Zufall: Die FIFA berücksichtigt bei der Ansetzung europäischer Teams die Zuschauerzahlen auf dem Heimkontinent. Die Schweiz spielt also zu einer Zeit, die es ermöglicht, die Spiele nach dem Abendessen gemütlich zu verfolgen — ohne den Wecker stellen zu müssen.
| Datum | Spiel | CEST | Stadion |
|---|---|---|---|
| 13. Juni (Sa) | Katar vs Schweiz | 21:00 | Levi’s Stadium, Santa Clara |
| 18. Juni (Do) | Schweiz vs Bosnien | 21:00 | SoFi Stadium, Los Angeles |
| 24. Juni (Mi) | Schweiz vs Kanada | 21:00 | BC Place, Vancouver |
Die K.-o.-Runde wird für Schweizer Fans anspruchsvoller. Spiele im Sechzehntelfinale und Achtelfinale werden teilweise auf 18:00 oder 21:00 ET angesetzt — das sind 00:00 oder 03:00 Uhr in der Schweiz. Die Halbfinals und das Finale im MetLife Stadium (Eastern Time) werden voraussichtlich um 18:00 oder 20:00 ET stattfinden, also um Mitternacht oder 02:00 Uhr morgens CEST. Für echte Fans ist das machbar, für den breiten TV-Zuschauer wird es eine Herausforderung.
Mein Rat: Plant eure WM-Wochen im Voraus. Die Gruppenphase vom 11. bis 28. Juni bietet jeden Tag mindestens drei Spiele, viele davon in der Schweizer Primetime. Ab dem Round of 32 (29. Juni bis 4. Juli) wird es nächtlicher. Wer im Juli Ferien hat, ist klar im Vorteil — die entscheidenden Spiele fallen in die erste Juliwoche (Viertelfinale) und die zweite Juliwoche (Halbfinale, Finale).
Ein Aspekt, den viele Fans unterschätzen: Die Zeitverschiebung betrifft auch den Rhythmus der Spieler. Teams, die an der Westküste spielen und dann für die K.-o.-Runde an die Ostküste wechseln, gewinnen drei Stunden — ihr Körper ist an späte Anstosszeiten gewöhnt, die im Osten plötzlich Nachmittagsspiele werden. Umgekehrt verlieren Teams, die von der Ost- an die Westküste reisen, diese drei Stunden. Für die Schweiz, die ihre Gruppenspiele komplett in der Pacific Time Zone absolviert, könnte ein Wechsel an die Ostküste im Round of 32 eine versteckte Belastung sein.
Für Schweizer Arbeitnehmer stellt sich eine praktische Frage: Wie lässt sich die WM mit dem Berufsalltag vereinbaren? Die Gruppenphase fällt in die zweite und dritte Juniwoche — keine klassische Ferienzeit, aber viele Arbeitgeber in der Schweiz zeigen Verständnis für ein Grossereignis dieser Art. Die Spiele um 18:00 CEST sind knapp nach Feierabend erreichbar, die Hauptspiele um 21:00 CEST sind problemlos. Erst die Nachtspiele ab Mitternacht fordern echtes Engagement. Mein Tipp: Reserviert Ferientage für die K.-o.-Phase ab dem 29. Juni, wenn die Einsätze steigen und die Anstosszeiten später werden. Die Gruppenphase ist auch mit einem normalen Arbeitsrhythmus gut zu bewältigen, solange man auf die 03:00-Uhr-Spiele verzichten kann.
Vier Debütanten — Meine Überraschungskandidaten
Jede WM braucht ihre Neulinge — die Mannschaften, die zum ersten Mal auf der grössten Bühne des Fussballs stehen und deren blosse Teilnahme bereits eine historische Leistung ist. Bei der WM 2026 sind es vier: Kap Verde, Curaçao, Jordanien und Usbekistan. Vier Nationen aus vier verschiedenen Konföderationen, jede mit ihrer eigenen unglaublichen Qualifikationsgeschichte.
Kap Verde ist die Geschichte, die Hollywood nicht besser schreiben könnte. Ein Inselstaat vor der Küste Westafrikas mit rund 600 000 Einwohnern — weniger als die Stadt Zürich. Kap Verde hat es durch die afrikanische Qualifikation geschafft und trifft in Gruppe H auf Spanien, Uruguay und Saudi-Arabien. Die Chancen auf ein Weiterkommen? Ehrlich gesagt: minimal. Aber jedes Tor, jeder Punkt wird in der Heimat wie ein WM-Titel gefeiert werden. Die Mannschaft besteht zu einem grossen Teil aus Spielern, die in der portugiesischen Liga aktiv sind — die historische Verbindung zu Portugal zeigt sich auch auf dem Fussballplatz. Mein Überraschungspotenzial: 3 von 10.
Curaçao toppt Kap Verde in Sachen Einwohnerzahl — nach unten. Die Karibikinsel mit rund 150 000 Einwohnern ist die kleinste Nation in der WM-Geschichte. In Gruppe E trifft Curaçao auf Deutschland, Côte d’Ivoire und Ecuador. Die Qualifikation über die CONCACAF-Zone ist eine Sensation für sich: Curaçao hat sich gegen deutlich grössere Nationen durchgesetzt und den Traum einer ganzen Insel wahr gemacht. Auf dem Platz fehlt die individuelle Klasse, aber die Leidenschaft ist grenzenlos. Mein Überraschungspotenzial: 2 von 10.
Jordanien hat den eindrucksvollsten Lauf unter den vier Debütanten. Beim Asien-Cup 2024 erreichte Jordanien sensationell das Finale, wobei auf dem Weg dorthin Südkorea im Halbfinale bezwungen wurde. In Gruppe J trifft Jordanien auf Argentinien, Algerien und Österreich — eine harte, aber nicht unüberwindbare Konstellation. Die Mannschaft spielt kompakt und konterorientiert, genau der Spielstil, der bei einem grossen Turnier Überraschungen ermöglicht. Mein Überraschungspotenzial: 6 von 10.
Usbekistan komplettiert das Quartett der Neulinge. Die zentralasiatische Nation hat eine lange Fussballtradition, die bis in die Sowjetzeit zurückreicht, aber es brauchte die Erweiterung auf 48 Teams, um endlich den Sprung auf die grosse Bühne zu schaffen. In Gruppe K wartet mit Portugal und Kolumbien höchste Qualität, dazu die DR Kongo als weiterer Herausforderer. Usbekistans Stärke liegt im technischen Mittelfeld und einer Generation von Spielern, die in europäischen Ligen Erfahrung gesammelt haben. Mein Überraschungspotenzial: 4 von 10.
Insgesamt sehe ich Jordanien als den Debütanten mit dem grössten Potenzial für eine Überraschung. Eine kompakte Defensive, ein klarer Plan und die Erfahrung aus dem Asien-Cup-Finale 2024 machen die Jordanier gefährlich. Die anderen drei werden die Erfahrung geniessen, aber auf dem Platz vermutlich früh ausscheiden. Die eigentliche Leistung haben sie bereits erbracht: Sie sind dabei.
Was alle vier Debütanten gemeinsam haben: Sie repräsentieren Regionen und Kulturen, die bei einer WM bisher kaum sichtbar waren. Zentralasien, die Karibik, der arabische Nahe Osten und ein westafrikanischer Inselstaat — die Erweiterung auf 48 Teams hat die WM geographisch diverser gemacht als jemals zuvor. Ob das sportliche Niveau darunter leidet, ist die grosse Debatte. Meine Antwort: kurzfristig ja, langfristig nein. Die WM-Teilnahme wird in diesen Ländern eine Investitionswelle auslösen — in Jugendakademien, Trainingsinfrastruktur und Nachwuchsförderung. Die Debütanten von 2026 werden in zehn Jahren stärker zurückkommen.
Wie viele Teams spielen an der WM 2026?
48 Mannschaften aus allen sechs FIFA-Konföderationen nehmen an der WM 2026 teil. Das ist eine Erweiterung um 16 Teams gegenüber dem bisherigen Format mit 32 Mannschaften. Die 48 werden in 12 Gruppen zu je 4 Teams aufgeteilt.
Wie funktioniert die K.-o.-Runde bei der WM 2026?
Die beiden Gruppensieger und die acht besten Gruppendritten qualifizieren sich für das Round of 32. Ab dort wird im K.-o.-Modus gespielt: Sechzehntelfinale, Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale und Finale. Bei Gleichstand nach 90 Minuten gibt es Verlängerung und Elfmeterschiessen.
Wo findet das WM-2026-Finale statt?
Das Finale der WM 2026 findet am 19. Juli 2026 im MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey (USA) statt. Das Stadion fasst rund 82 500 Zuschauer und liegt in unmittelbarer Nähe zu New York City.
Wann ist das Eröffnungsspiel der WM 2026?
Das Eröffnungsspiel der WM 2026 findet am 11. Juni 2026 im Estadio Azteca in Mexiko-Stadt statt. Es ist das dritte Mal, dass dieses legendäre Stadion eine Weltmeisterschaft ausrichtet — nach 1970 und 1986.
Mein Urteil — Wird die WM 2026 das beste Turnier?
Wird die WM 2026 das beste Turnier aller Zeiten? Die ehrliche Antwort: Ich weiss es nicht. Aber sie wird das grösste, das komplexeste und das unberechenbarste. 48 Teams bedeuten mehr Storylines, mehr Überraschungen und mehr Emotionen als bei jedem Turnier zuvor. Vier Debütanten bringen frischen Wind, die Dreiländer-Lösung bietet eine Reiseerfahrung, die ihresgleichen sucht, und das neue Format stellt selbst Favoriten vor Herausforderungen, die sie noch nicht kennen.
Die Kehrseite: 39 Turniertage und 104 Spiele sind eine Belastung — für Spieler, für Zuschauer und für die Aufmerksamkeit. Die Gruppenphase wird Partien hervorbringen, die wenige interessieren, und die K.-o.-Runde beginnt mit einem Sechzehntelfinale, das erst seinen Platz in der WM-Tradition finden muss. Aber wer hätte 1998 gedacht, dass das Achtelfinale einmal die emotionalste Phase des Turniers werden würde? Formate wachsen mit der Zeit — und dieses Format hat das Potenzial, grösser zu wachsen als jedes zuvor.
Für die Schweiz ist die WM 2026 eine Chance — eine realistische Chance auf das Viertelfinale und die Bestätigung, dass die Nati zu den 15 bis 20 besten Mannschaften der Welt gehört. Die Gruppenauslosung ist günstig, die Anstosszeiten sind fan-freundlich, und der Kader hat die Qualität für mehrere Runden im Turnier. Die Nati hat in den letzten drei Grossturnieren bewiesen, dass sie auf internationalem Niveau konstant mithalten kann — von der Sensation gegen Frankreich bei der EM 2021 bis zum soliden Achtelfinale bei der WM 2022 in Katar. Diese Erfahrung ist unbezahlbar in einem Turnierformat, das Nervenstärke und Anpassungsfähigkeit mehr denn je belohnt.
Die WM 2026 wird nicht perfekt sein. Kein Turnier ist das. Aber sie wird gross, sie wird aufregend und sie wird Geschichten schreiben, die wir in zehn Jahren noch erzählen. Alles Weitere liegt auf dem Platz — und in den Analysen, die wir in den kommenden Wochen auf dieser Seite veröffentlichen.
Erstellt von der Redaktion von „WM 2026 Wetten“.
