WM 2026 Teams — Alle 48 Mannschaften im Experten-Check

48 Teams, aber nur einer wird Weltmeister. Hier ist mein Urteil zu jedem einzelnen. Seit der Gruppenauslosung im Dezember 2025 habe ich jede Mannschaft analysiert — Kader, Form, Taktik, Qualifikationsergebnisse, FIFA-Ranking und historische Turnierleistung. Das Ergebnis: ein Power-Ranking von Platz 1 bis 48, das garantiert nicht allen gefallen wird. Wer Kontroversen scheut, sollte jetzt aufhören zu lesen. Wer wissen will, wo die Schweiz steht, warum ich Japan höher als die USA einordne und welche Debütanten das Zeug zur Überraschung haben — der ist hier richtig.
Das erweiterte 48-Team-Feld der WM 2026 bringt eine Vielfalt, die es bei keinem Turnier zuvor gegeben hat. Neben den etablierten Fussballgrössen stehen vier Debütanten — Kap Verde, Curaçao, Jordanien und Usbekistan — auf der grössten Bühne des Weltfussballs. Dazwischen liegt ein breites Mittelfeld von Mannschaften, die bei einem guten Tag ins Viertelfinale einziehen können und bei einem schlechten Tag in der Gruppenphase scheitern. Genau dieses Mittelfeld ist es, das die WM 2026 so unberechenbar macht — und das mein Ranking so spannend. Bei der WM 2022 in Katar war die grösste Überraschung Marokkos Halbfinale — ein Team, das die meisten Analysten im Mittelfeld ihres Rankings verorteten. Bei der WM 2026 werden ähnliche Überraschungen passieren — die Frage ist nur, welches Team sich als nächstes aus dem Mittelfeld nach oben kämpft.
Die Basis meines Rankings: eine Kombination aus FIFA-Ranking (Stand November 2025), aktuellem Formindex (Ergebnisse der letzten 12 Monate), Kadertiefe (Anzahl der Spieler in den europäischen Top-5-Ligen), Turniererfahrung (Leistung bei den letzten drei Grossturnieren) und Gruppenauslosung. Jedes Team erhält eine Gesamtbewertung auf meiner 10-Punkte-Skala. Diese Bewertung ist keine objektive Wissenschaft — sie enthält meine persönliche Einschätzung von Faktoren, die sich nicht quantifizieren lassen: Mannschaftschemie, Trainerqualität, Mentalität unter Druck. Genau das unterscheidet eine Kolumne von einer Statistik-Tabelle.
Ein Wort zur Methode: Ich habe bei der EM 2024 gelernt, dass Kadertiefe der unterschätzteste Faktor bei einem langen Turnier ist. Spanien gewann die EM nicht primär mit seiner Startelf — sondern mit Einwechselspielern wie Mikel Oyarzabal und Dani Olmo, die von der Bank kamen und Spiele entschieden. Bei einer WM mit 39 Turniertagen und bis zu sieben Spielen für den Finalisten wird die Kadertiefe noch wichtiger. Teams wie England, Frankreich und Spanien — mit 23 bis 26 Spielern auf europäischem Topniveau — haben hier einen strukturellen Vorteil gegenüber Mannschaften, deren Bank qualitativ abfällt.
Ladevorgang...
Mein Power-Ranking — Alle 48 WM 2026 Teams von 1 bis 48
Letzten Sommer habe ich an der EM 2024 in Deutschland mein Power-Ranking veröffentlicht — und Spanien auf Platz 3 gesetzt, hinter Frankreich und England. Spanien wurde Europameister. Die Demut, die mir diese Erfahrung gelehrt hat, begleitet jede Zeile dieses Rankings. Trotzdem: Ein Analyst, der keine Positionen bezieht, ist kein Analyst — er ist ein Kommentator. Also hier ist mein Ranking, mit allen Risiken, die dazugehören.
| Rang | Team | Gruppe | Bewertung | Tier |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Argentinien | J | 9.5/10 | Favorit |
| 2 | Frankreich | I | 9.0/10 | Favorit |
| 3 | England | L | 9.0/10 | Favorit |
| 4 | Spanien | H | 8.5/10 | Favorit |
| 5 | Brasilien | C | 8.0/10 | Favorit |
| 6 | Deutschland | E | 8.0/10 | Favorit |
| 7 | Portugal | K | 8.0/10 | Herausforderer |
| 8 | Niederlande | F | 7.5/10 | Herausforderer |
| 9 | Kroatien | L | 7.5/10 | Herausforderer |
| 10 | Kolumbien | K | 7.5/10 | Herausforderer |
| 11 | Uruguay | H | 7.0/10 | Herausforderer |
| 12 | Belgien | G | 7.0/10 | Herausforderer |
| 13 | Schweiz | B | 7.0/10 | Herausforderer |
| 14 | Japan | F | 7.0/10 | Herausforderer |
| 15 | USA | D | 6.5/10 | Herausforderer |
| 16 | Marokko | C | 6.5/10 | Mittelfeld |
| 17 | Mexiko | A | 6.5/10 | Mittelfeld |
| 18 | Senegal | I | 6.5/10 | Mittelfeld |
| 19 | Österreich | J | 6.0/10 | Mittelfeld |
| 20 | Türkei | D | 6.0/10 | Mittelfeld |
| 21 | Kanada | B | 6.0/10 | Mittelfeld |
| 22 | Ecuador | E | 6.0/10 | Mittelfeld |
| 23 | Südkorea | A | 6.0/10 | Mittelfeld |
| 24 | Norwegen | I | 6.0/10 | Mittelfeld |
| 25 | Ägypten | G | 5.5/10 | Mittelfeld |
| 26 | Schweden | F | 5.5/10 | Mittelfeld |
| 27 | Côte d’Ivoire | E | 5.5/10 | Mittelfeld |
| 28 | Algerien | J | 5.5/10 | Mittelfeld |
| 29 | Ghana | L | 5.0/10 | Mittelfeld |
| 30 | DR Kongo | K | 5.0/10 | Mittelfeld |
| 31 | Australien | D | 5.0/10 | Aussenseiter |
| 32 | Tunesien | F | 5.0/10 | Aussenseiter |
| 33 | Paraguay | D | 5.0/10 | Aussenseiter |
| 34 | Iran | G | 4.5/10 | Aussenseiter |
| 35 | Saudi-Arabien | H | 4.5/10 | Aussenseiter |
| 36 | Tschechien | A | 4.5/10 | Aussenseiter |
| 37 | Schottland | C | 4.5/10 | Aussenseiter |
| 38 | Bosnien und Herzegowina | B | 4.0/10 | Aussenseiter |
| 39 | Jordanien | J | 4.0/10 | Aussenseiter |
| 40 | Irak | I | 4.0/10 | Aussenseiter |
| 41 | Panama | L | 4.0/10 | Aussenseiter |
| 42 | Usbekistan | K | 3.5/10 | Aussenseiter |
| 43 | Katar | B | 3.5/10 | Aussenseiter |
| 44 | Südafrika | A | 3.5/10 | Aussenseiter |
| 45 | Neuseeland | G | 3.0/10 | Aussenseiter |
| 46 | Kap Verde | H | 2.5/10 | Aussenseiter |
| 47 | Haiti | C | 2.0/10 | Aussenseiter |
| 48 | Curaçao | E | 1.5/10 | Aussenseiter |
Die Tier-Einteilung folgt einer klaren Logik: Favoriten (Rang 1–6) sind Teams, denen ich einen WM-Titel zutraue. Herausforderer (7–15) können das Halbfinale oder Viertelfinale erreichen. Mittelfeld (16–30) hat das Potenzial für das Sechzehntel- oder Achtelfinale. Aussenseiter (31–48) werden es schwer haben, die Gruppenphase zu überstehen — wobei das neue Format mit der Drittplatzierten-Regel einigen von ihnen eine Hintertür öffnet.
Das Mittelfeld — Rang 16 bis 30 — ist die Zone der grössten Unsicherheit. Marokko (16) hat als Halbfinalist 2022 bewiesen, dass afrikanische Mannschaften auf höchstem Niveau bestehen können. Mexiko (17) bringt als Gastgeber die Stadion-Atmosphäre mit, die Gegner einschüchtern kann. Senegal (18) war 2022 Afrika-Cup-Sieger und hat mit Ismaila Sarr und Abdoulaye Doucouré Europa-Legionäre, die den Unterschied machen können. Österreich (19) hat unter Ralf Rangnick einen taktischen Aufschwung erlebt, der die EM 2024 zum Erlebnis machte. Jedes dieser Teams kann bei einem guten Tag ein Achtelfinale erreichen — und bei einem schlechten Tag in der Gruppenphase scheitern. Das macht die Mittelfeld-Zone so attraktiv für Wettanalysten: Die Quoten reflektieren die Unsicherheit oft nicht vollständig.
Was dieses Ranking von anderen unterscheidet: Ich gewichte die aktuelle Form und die Kadertiefe stärker als das FIFA-Ranking. Kolumbien (FIFA-Rang 12) steht in meinem Ranking auf Platz 10, weil die Mannschaft 2024 das Copa-América-Finale erreicht hat und über einen Kader verfügt, der in der Breite mit den europäischen Schwergewichten mithalten kann. Japan (FIFA-Rang 15) steht auf Platz 14, weil die Samurai Blue bei den letzten beiden WMs europäische Topteams in der Vorrunde geschlagen haben — ein Muster, das kein Zufall mehr ist, sondern System.
Die grössten Diskrepanzen zwischen meinem Ranking und dem FIFA-Ranking finden sich im unteren Mittelfeld. Iran (FIFA-Rang 22) setze ich auf Platz 34, weil die Mannschaft bei den letzten beiden WMs in der Gruppenphase gescheitert ist und die Qualifikation über die asiatische Zone weniger aussagekräftig ist als das europäische Pendant. Umgekehrt bewerte ich Jordanien (FIFA-Rang 68) deutlich höher als das offizielle Ranking, weil das Asien-Cup-Finale 2024 eine Leistung war, die in keinem Punktesystem adäquat abgebildet wird.
Ein Blick auf die Tier-Verteilung nach Konföderationen zeigt ein klares Bild: Europa stellt vier der sechs Favoriten (Frankreich, England, Spanien, Deutschland) und fünf der neun Herausforderer (Portugal, Niederlande, Kroatien, Belgien, Schweiz). Südamerika hat zwei Favoriten (Argentinien, Brasilien) und zwei Herausforderer (Kolumbien, Uruguay). Asien stellt mit Japan den stärksten Nicht-Europäer und Nicht-Südamerikaner im Feld. Afrika ist mit Marokko und Senegal im oberen Mittelfeld vertreten, die CONCACAF mit USA und Mexiko. Die Dominanz der europäischen und südamerikanischen Verbände bleibt bei dieser WM erdrückend — 14 der 15 bestplatzierten Teams in meinem Ranking kommen aus einer dieser beiden Konföderationen.
Innerhalb der Aussenseiter-Gruppe (Rang 31–48) gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede. Teams wie Australien, Tunesien und Paraguay haben WM-Erfahrung und können in einem einzelnen Gruppenspiel jeden Gegner ärgern — sie gehören zum oberen Ende der Aussenseiter. Am unteren Ende stehen die Debütanten Kap Verde, Haiti und Curaçao, die ehrenhaft verlieren, aber kaum Chancen auf Punkte haben werden. Die Mitte — Iran, Saudi-Arabien, Tschechien, Schottland — kann für Überraschungen sorgen, wenn die Tagesform stimmt und der Gegner sie unterschätzt.
Die 6 heissesten WM 2026 Favoriten — Mein Urteil

Sechs Teams, sechs verschiedene Wege zum möglichen Titel. Was sie verbindet: individuelle Weltklasse, Kadertiefe und die Erfahrung grosser Turniere. Was sie trennt: Spielstil, Form und die Fähigkeit, unter Druck das Beste abzurufen. Bei der EM 2024 hat Spanien gezeigt, dass junge Spieler mit dem richtigen System die erfahrensten Kader schlagen können. Bei der WM 2022 hat Argentinien bewiesen, dass ein alternder Superstar — wenn er von einem Kollektiv getragen wird — noch einmal die ganze Welt bezwingen kann. Die WM 2026 wird ihre eigenen Antworten liefern. Hier ist mein Kurzporträt jedes Favoriten — nicht als neutraler Beobachter, sondern als Analyst mit einer klaren Meinung.
Argentinien — 9.5/10. Der Titelverteidiger hat sich seit dem WM-Sieg 2022 nicht zurückgelehnt, sondern nachgelegt: Copa-América-Titel 2024, Finalissima-Sieg gegen den Europameister. Die Generation um Álvarez, Fernández und De Paul ist eingespielt wie keine andere. Scaloni hat ein System etabliert, das auch ohne Messis beste Tage funktioniert — die Defensive um Romero und Martínez ist die stabilste im Weltfussball, das Mittelfeld kontrolliert Tempo und Räume mit einer Präzision, die an Spaniens Tiki-Taka-Ära erinnert. Die Schwachstelle: Messi’s Alter und die Frage, ob die Post-Messi-Ära bereits während des Turniers beginnt. In Gruppe J mit Algerien, Österreich und Jordanien gibt es kaum Stolperfallen — der Fokus liegt auf der K.-o.-Runde. Ich setze Argentinien auf Platz 1, weil kein anderes Team die Kombination aus Talent, Erfahrung und Siegermentalität auf diesem Niveau bietet.
Frankreich — 9.0/10. Der individuell am stärksten besetzte Kader des Turniers, mit Mbappé als Speerspitze und einer Tiefe, die bei Verletzungen kaum Qualitätseinbussen kennt. Tchouaméni im Mittelfeld, Saliba und Konaté in der Abwehr, Dembélé und Thuram auf den Flügeln — in jeder Linie stehen zwei bis drei Weltklasse-Optionen zur Verfügung. Frankreichs Problem ist so alt wie der französische Fussball selbst: Die Summe der Teile ergibt nicht immer das Ganze. Bei der EM 2024 war die Mannschaft in der Offensive erschreckend harmlos, trotz der Starbesetzung — ein einziger Treffer aus dem offenen Spiel in fünf Partien. Wenn das Kollektiv funktioniert, ist Frankreich unschlagbar — wenn nicht, droht ein frühes Aus gegen eine defensiv kompakte Mannschaft. Die Gruppe I mit Senegal, Irak und Norwegen ist machbar, aber Haalands Norwegen könnte für eine unbequeme Partie sorgen.
England — 9.0/10. Drei grosse Turniere, drei Halbfinals oder besser — England hat die Konstanz, die anderen Favoriten fehlt. Der Kader ist der tiefste der Welt, mit Weltklasse-Optionen auf jeder Position: Bellingham, Foden, Saka, Rice, Palmer in der Offensive und im Mittelfeld, eine Abwehr um Guehi und Walker, die bei den letzten Turnieren nur wenige Gegentore zugelassen hat. Die Schwäche: England hat noch nie ein grosses Turnier seit 1966 gewonnen — der psychologische Druck ist immens, und die Three Lions haben die Tendenz, in entscheidenden Momenten zu verkrampfen. Gruppe L mit Kroatien ist anspruchsvoll, aber England hat die Qualität für den Gruppensieg. Mein Gefühl: 2026 ist Englands beste Chance seit einer Generation.
Spanien — 8.5/10. Der Europameister 2024 bringt die jüngste Mannschaft der Topfavoriten — Lamine Yamal (erst 18 bei Turnierbeginn), Pedri, Gavi und eine Defensive um Cucurella und Le Normand, die bei der EM nur zwei Gegentore in sieben Spielen kassiert hat. La Roja spielt den attraktivsten Fussball unter den sechs Favoriten, mit einem Ballbesitz-Spiel, das Gegner systematisch aus dem Spiel nimmt. Das Risiko: Junge Teams können bei einem langen 39-Tage-Turnier mental einbrechen, und Gruppe H mit Uruguay ist kein Spaziergang. Aber die EM 2024 hat gezeigt, dass diese Generation unter Druck wächst, statt zu zerbrechen.
Brasilien — 8.0/10. Der Name verpflichtet, aber die aktuelle Form rechtfertigt nicht mehr als Platz 5. Brasilien hat seit 2002 keinen WM-Titel mehr geholt — die längste Durststrecke in der Geschichte der Seleção. Die Qualifikation für 2026 war die schwächste seit Jahrzehnten: Platz 5 in der CONMEBOL-Tabelle, hinter Argentinien, Uruguay, Kolumbien und Ecuador. Vier Heimniederlagen in der Qualifikation — ein Novum. Die individuelle Klasse von Vinicius Jr., Rodrygo und dem jungen Endrick ist unbestritten, aber das Kollektiv funktioniert nicht zuverlässig. Gruppe C mit Marokko — dem Halbfinalisten von 2022 — ist die grösste Gruppenphase-Gefahr unter den Topfavoriten. Brasilien lebt vom Talent und vom Namen — ob das reicht, ist die Frage, die seit 22 Jahren unbeantwortet bleibt.
Deutschland — 8.0/10. Die DFB-Elf hat bei der Heim-EM 2024 einen Aufschwung erlebt, der Hoffnung macht: taktische Klarheit, Musiala als kreativer Motor, Wirtz als zweite Offensiv-Säule und ein Kader, der in der Breite gewachsen ist. Gruppe E ist die leichteste des Turniers — Curaçao, Côte d’Ivoire und Ecuador sind allesamt Teams, die Deutschland schlagen sollte. Drei Siege in der Gruppenphase würden einen perfekten Turnierstart ermöglichen und Selbstvertrauen für die K.-o.-Runde aufbauen. Die Frage ist, ob die Form und der Zusammenhalt von 2024 über zwei Jahre konserviert wurden oder ob der typische deutsche Zyklus — Heimturnier-Euphorie gefolgt von Auswärts-Ernüchterung — wieder zuschlägt.
Herausforderer — Teams mit echtem Potenzial
Die Ränge 7 bis 15 meines Rankings sind die Zone, die Wettanalysten am meisten interessiert. Hier stehen Teams, die bei einem guten Turnierverlauf das Halbfinale erreichen können — und deren Quoten dieses Potenzial nicht vollständig widerspiegeln. Die Herausforderer sind der Schlüssel zu profitablen WM-Wetten, weil ihre Stärke vom breiten Markt systematisch unterschätzt wird.
Portugal (7, 8.0/10) hat den breitesten Kader der Herausforderer-Gruppe — von Bernardo Silva über Bruno Fernandes und Rafael Leão bis zu einer Abwehr um Rúben Dias, die zu den besten Europas gehört. Auf der Bank sitzen Spieler, die bei den meisten anderen Nationen in der Startelf stehen würden. Doch Gruppe K ist ein Minenfeld: Kolumbien ist ein ernstzunehmender Rivale um den Gruppensieg, die DR Kongo physisch stark und Usbekistan hungrig. Ein zweiter Platz könnte einen schweren Weg in der K.-o.-Runde bedeuten. Die Ronaldo-Frage — ob der 41-Jährige noch im Kader ist und welche Rolle er spielt — ist ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor, der das Team sowohl beflügeln als auch belasten kann.
Niederlande (8, 7.5/10) bringt die taktische Flexibilität mit, die bei einem langen Turnier den Unterschied machen kann. Oranje kann im 4-3-3, im 3-5-2 und im 4-2-3-1 spielen — diese Anpassungsfähigkeit ist ein Trumpf in der K.-o.-Runde, wo jeder Gegner anders agiert. Die Kadertiefe mit Depay, Gakpo, Timber und Simons ist beeindruckend. Das Problem: Japan in Gruppe F ist der unbequemste Zweitplatzierte, den man sich vorstellen kann. Die Samurai Blue haben bei der WM 2022 bewiesen, dass sie europäische Topteams in der Vorrunde schlagen können — und die Niederlande sind nicht immun dagegen.
Kroatien (9, 7.5/10) ist das Turnier-Team schlechthin. Finalist 2018, Bronze 2022, Halbfinale der Nations League 2023 — eine Bilanz, die kein anderes Team in dieser Zone vorweisen kann. Die Erfahrung im Umgang mit Drucksituationen ist Kroatiens grösster Trumpf. Modrić wird seinen Abschied feiern, aber die neue Generation um Gvardiol, Sucić und Baturina hat bereits übernommen. In Gruppe L trifft Kroatien auf England — ein Duell, das an das WM-Halbfinale 2018 erinnert, als Kroatien die Three Lions 2:1 nach Verlängerung besiegte.
Kolumbien (10, 7.5/10) hat 2024 das Copa-América-Finale erreicht und bringt mit Luis Díaz, Jhon Arias und einer resoluten Defensive eine Mischung, die jeden Gegner vor Probleme stellt. Die kolumbianische Liga produziert regelmässig talentierte Spieler, und die Diaspora in europäischen Ligen sorgt für internationale Erfahrung. In Gruppe K ist Kolumbien der gefährlichste Zweitsamen-Kandidat des gesamten Turniers — ein Team, das Portugal auf Augenhöhe begegnen kann und das Potenzial hat, diese Todesgruppe als Erster zu verlassen.
Uruguay (11, 7.0/10) steht in Gruppe H mit Spanien — ein schweres Los, aber kein unüberwindbares. Uruguay hat bei der WM eine Tradition der Überperformance, die bis zum allerersten Turnier 1930 zurückreicht, als das kleine Land den ersten WM-Titel gewann. Mit 3.5 Millionen Einwohnern hat Uruguay zwei WM-Titel, 15 Copa-América-Siege und eine Fussballkultur, die auf dem Kontinent ihresgleichen sucht. Valverde im Mittelfeld, Núñez in der Offensive und eine Defensive, die auf Kompaktheit und Zweikampfhärte setzt — die Celeste ist schwer zu schlagen und im K.-o.-Modus brandgefährlich.
Belgien (12, 7.0/10) — ich habe lange überlegt, ob die Roten Teufel in die Herausforderer-Kategorie gehören. Der Kader altert sichtbar: De Bruyne ist 35, Lukaku 33, Courtois hat mehrere schwere Verletzungen hinter sich. Die WM 2022 war eine Enttäuschung — Aus in der Gruppenphase mit drei Punkten aus drei Spielen. Aber die Gruppe G mit Ägypten, Iran und Neuseeland ist die leichteste Konstellation, die Belgien seit Langem erwischt hat. Letzte Chance für die goldene Generation — entweder jetzt oder nie. Mein Herz sagt: Es reicht noch für das Viertelfinale. Mein Kopf sagt: Die Beine werden im fünften Spiel schwer.
Schweiz (13, 7.0/10) steht in meinem Ranking auf Platz 13 — und ich sage das als Schweizer Analyst mit vollem Bewusstsein der patriotischen Brisanz. Die Nati ist eine solide Turnier-Mannschaft mit einer Bewertung von 7.0/10, was die Gruppenphase und eine mögliche Achtelfinalpartie abdeckt, aber nicht das Halbfinale. Gruppe B mit Kanada, Katar und Bosnien ist die günstigste Konstellation, die ich mir für die Schweiz hätte wünschen können. Für die vollständige Favoriten-Analyse mit Value-Bewertung verweise ich auf die separate Seite.
Japan (14, 7.0/10) ist der Herausforderer, den jeder unterschätzt — und den man auf eigene Gefahr ignoriert. Die Samurai Blue haben bei den letzten beiden WMs vier Gruppenspiele gegen europäische Top-10-Teams gewonnen: Deutschland 2022, Spanien 2022 und weitere Siege, die ein System erkennen lassen, das europäische Mannschaften regelmässig vor Probleme stellt. Japans Stärke liegt im kollektiven Pressing und der Geschwindigkeit der Umschaltmomente. In Gruppe F könnte Japan die Niederlande vom Thron stossen — und in der K.-o.-Runde weiter für Furore sorgen.
USA (15, 6.5/10) hat als Gastgeber den Heimvorteil, der bei einer WM statistisch messbar ist: In der Geschichte des Turniers hat der Gastgeber in über 60 Prozent der Fälle mindestens das Viertelfinale erreicht. Der Kader ist jung, talentiert und europäisch geprägt — Pulisic (Milan), McKennie (Juventus), Reyna (Dortmund) und Adams (Bournemouth) spielen alle in den europäischen Top-5-Ligen. Gruppe D mit Paraguay, Australien und der Türkei ist machbar, und die Stadionatmosphäre in den eigenen NFL-Arenen wird ein Faktor sein. Die Schwäche: Turniererfahrung auf höchstem Niveau fehlt, und die MLS-basierten Kaderspieler halten dem WM-Tempo nicht immer stand.
Die Nati im Ranking — Wo steht die Schweiz?

Platz 13 in meinem Power-Ranking, Platz 18 im FIFA-Ranking — wo liegt die Wahrheit für die Nati? Ich argumentiere: näher an meiner 13 als an der offiziellen 18. Das FIFA-Ranking bestraft die Schweiz für ein Qualifikationsprogramm, das weniger prestigeträchtige Gegner enthielt als die südamerikanische oder europäische Elitegruppe. Die tatsächliche Turnierleistung der Nati erzählt eine andere Geschichte.
Seit der WM 2014 in Brasilien hat die Schweiz bei jedem Grossturnier die Gruppenphase überstanden — fünfmal in Folge. Bei der EM 2020 (gespielt 2021) besiegte die Nati im Achtelfinale den amtierenden Weltmeister Frankreich im Elfmeterschiessen. Bei der WM 2022 in Katar gab es einen souveränen Gruppensieg und ein Achtelfinale gegen Portugal. Das ist die Bilanz einer Mannschaft, die konstant auf dem Niveau der Ränge 10 bis 15 der Welt spielt — nicht einer Mannschaft auf Platz 18.
Meine Bewertung von 7.0/10 reflektiert diese Realität. Die Schweiz hat die Kaderbreite für die Gruppenphase und ein bis zwei K.-o.-Spiele, aber nicht die individuelle Klasse der Topfavoriten. In einem guten Szenario — Gruppensieg, machbarer Gegner im Sechzehntel- und Achtelfinale — ist das Viertelfinale realistisch. In einem sehr guten Szenario — Überperformance in einem Schlüsselspiel wie 2021 gegen Frankreich — ist das Halbfinale nicht unmöglich. Das ist eine ehrliche Einschätzung, weder von Pessimismus noch von blindem Patriotismus getrieben.
Was die Nati von Teams auf ähnlichem Niveau unterscheidet: Turniererfahrung und mentale Stärke. Mannschaften wie die Türkei, Österreich oder Kanada haben vergleichbare Kader, aber nicht die Routine, unter dem Druck eines WM-K.-o.-Spiels zu bestehen. Die Schweiz hat diese Routine — und sie ist im Fussball unbezahlbar.
Ein direkter Vergleich verdeutlicht die Position: Kanada (Rang 21 in meinem Ranking) ist der Hauptrivale in Gruppe B und wird als Gastgeber vom Heimvorteil profitieren. Aber Kanada hat bei der WM 2022 alle drei Gruppenspiele verloren — die Turniererfahrung fehlt komplett. Die Türkei (Rang 20) hat individuelle Klasse, aber eine unberechenbare Mentalität — grosse Siege und unerklärliche Niederlagen wechseln sich ab. Österreich (Rang 19) war bei der EM 2024 stark, hat aber keine WM-Erfahrung in der K.-o.-Runde. Die Schweiz hat all das: WM-Erfahrung, K.-o.-Erfahrung, die Nerven für Elfmeterschiessen und die taktische Disziplin, auch gegen stärkere Gegner zu bestehen.
Ob das reicht, um bei der WM 2026 neue Geschichte zu schreiben, wird sich auf dem Platz zeigen. Die Voraussetzungen sind gut. Die Gruppenauslosung ist günstig. Der Kader ist stabil. Und die Erinnerung an jenen Abend in Bukarest — Schweiz 3:3 Frankreich, Sieg im Elfmeterschiessen — zeigt, was diese Mannschaft leisten kann, wenn alles zusammenkommt.
Die Debütanten — Vier neue Gesichter bei der WM
Keine WM ist komplett ohne die Geschichte der Kleinen, die es auf die grosse Bühne geschafft haben. Bei der WM 2026 sind es vier: Kap Verde (Gruppe H, 2.5/10), Curaçao (Gruppe E, 1.5/10), Jordanien (Gruppe J, 4.0/10) und Usbekistan (Gruppe K, 3.5/10). Vier Mannschaften, für die allein die Teilnahme ein historischer Moment ist — und die trotzdem mit dem Anspruch anreisen, nicht nur dabei zu sein, sondern zu bestehen.
Jordanien ist der stärkste Debütant — und der einzige, dem ich zutraue, die Gruppenphase zu überstehen. Das Asien-Cup-Finale 2024 war kein Zufall, sondern das Ergebnis einer langfristigen Aufbauarbeit. In Gruppe J wartet mit Argentinien ein übermächtiger Gegner, aber Algerien und Österreich sind schlagbar. Mein Rating: 4.0/10 — realistisch genug für einen Achtungserfolg, unrealistisch für das Achtelfinale. Aber eine Überraschung gegen Österreich? Absolut möglich.
Usbekistan bringt die beste Jugendarbeit Zentralasiens mit und hat in der asiatischen Qualifikation etablierte Teams wie Iran und China geschlagen. In der Todesgruppe K mit Portugal und Kolumbien fehlt die Klasse für ein Weiterkommen, aber einzelne Spieler wie Eldor Shomurodov (erfahren aus der italienischen Serie A) und der junge Mittelfeldmotor Abbosbek Fayzullaev bringen Qualität mit, die den Gegner beschäftigen wird. Rating: 3.5/10.
Kap Verde als westafrikanischer Inselstaat mit 600 000 Einwohnern hat die romantischste Geschichte — und die geringsten Chancen in Gruppe H mit Spanien und Uruguay. Die Mannschaft besteht hauptsächlich aus Spielern der portugiesischen Liga und bringt eine kompakte, defensive Spielweise mit, die Gegner zumindest in der ersten Halbzeit vor Probleme stellen kann. Jedes Tor bei der WM wird auf den Inseln gefeiert wie ein WM-Titel. Rating: 2.5/10.
Curaçao auf Platz 48 meines Rankings hat als kleinste WM-Nation der Geschichte (150 000 Einwohner) ein historisches Kapitel geschrieben, das weit über den Fussball hinausgeht. Die Qualifikation über die CONCACAF-Zone gegen grössere Nationen wie Guatemala, Costa Rica und Honduras war eine Sensation. Die drei Gruppenspiele gegen Deutschland, Ecuador und Côte d’Ivoire werden eine Herausforderung — aber der Kader enthält einige Spieler mit niederländischer Doppelstaatsbürgerschaft, die in der Eredivisie und der belgischen Liga spielen. Rating: 1.5/10.
Was alle vier Debütanten vereint: Sie repräsentieren die Globalisierung des Fussballs, die das 48-Team-Format ermöglicht hat. Kritiker sehen eine Verwässerung des Niveaus — ich sehe neue Märkte, neue Geschichten und eine WM, die zum ersten Mal wirklich die ganze Welt abbildet. Die WM 1930 hatte 13 Teilnehmer, die WM 1998 erweiterte auf 32, und die WM 2026 geht auf 48. Jede Erweiterung wurde von Skeptikern begleitet — und jede hat neue Klassiker hervorgebracht. Südkoreas Halbfinale 2002, Kameruns Sensationslauf 1990, Kroatiens Einzug ins Finale 2018 — all das wäre ohne Erweiterungen nicht möglich gewesen. Die Debütanten von 2026 tragen diese Tradition weiter.
Mein Gesamturteil — Das Feld ist breiter denn je
48 Teams, vier Tiers, ein Ranking — und die Gewissheit, dass mindestens drei meiner Platzierungen spektakulär falsch sein werden. Das gehört zum Geschäft. Was ich mit Überzeugung sage: Das Favoritenfeld der WM 2026 ist breiter als bei jedem Turnier zuvor. Zwischen Platz 1 (Argentinien) und Platz 15 (USA) liegen 15 Mannschaften, die alle das Potenzial für das Viertelfinale haben. Die Gruppenphase wird Überraschungen bringen, die K.-o.-Runde wird Drama liefern und das Power-Ranking wird sich ab dem 11. Juni in der Realität messen lassen müssen.
Die grösste Stärke dieses Turnierfeldes liegt in der Tiefe des Mittelfeldes. Teams wie Marokko, Mexiko, Senegal, Österreich, die Türkei und Norwegen haben alle die Qualität, einen einzelnen Favoriten zu besiegen — und bei einem guten Tag das Achtelfinale oder Viertelfinale zu erreichen. Das neue 48-Team-Format gibt diesen Mannschaften mehr Raum, mehr Spiele und mehr Chancen. Die WM 2026 wird nicht nur ein Turnier der üblichen Verdächtigen sein — sie wird ein Turnier der Überraschungen. Die Geschichte lehrt uns: Mindestens ein Favorit scheitert in der Gruppenphase, mindestens ein Aussenseiter erreicht das Viertelfinale, und mindestens ein Spieler, den vor dem Turnier niemand auf dem Zettel hatte, wird zum Star. Bei 48 Teams sind diese Wahrscheinlichkeiten höher als je zuvor.
Die Schweiz auf Platz 13 ist keine Schmeichelei und keine Unterschätzung — es ist eine datenbasierte Einschätzung einer Mannschaft, die regelmässig über ihrem FIFA-Ranking performt und bei der WM 2026 die günstigste Gruppenauslosung seit Jahren hat. Alles Weitere liegt in den Händen der Spieler, des Trainers und des Fussballgottes. Mein Kompass zeigt die Richtung — den Weg gehen müssen sie selbst.
Erstellt von der Redaktion von „WM 2026 Wetten“.
