Belgien an der WM 2026 — Der letzte Tanz der goldenen Generation?

Letzter Tanz? Die Frage schwebt über der belgischen Nationalmannschaft wie eine Gewitterwolke, die seit zehn Jahren nicht abzieht und die mit jedem Turnier ohne Titel dunkler und bedrohlicher wird. Die goldene Generation um Kevin De Bruyne, Romelu Lukaku und Thibaut Courtois hat Belgien von einer sympathischen Fussballnation zu einer Weltmacht geformt, die zwischen 2018 und 2022 konstant in den Top 3 der FIFA-Weltrangliste stand, bei der WM 2018 in Russland den dritten Platz belegte und bei jedem grossen Turnier zu den Mitfavoriten gezählt wurde. Und trotzdem: Kein Titel, kein Finale, keine Krönung — nur eine endlose Serie von Beinahe-Momenten, die in Belgien als nationale Tragödie empfunden werden und die Frage aufwerfen, ob die goldene Generation ihr Fenster verpasst hat oder ob die WM 2026 die allerletzte Chance auf den grossen Wurf bietet, bevor das biologische Alter der Schlüsselspieler das Ende einer Ära erzwingt, die als die erfolgreichste und gleichzeitig enttäuschendste in der Geschichte des belgischen Fussballs in Erinnerung bleiben wird.
In Gruppe G trifft Belgien auf Ägypten, den Iran und Neuseeland — eine machbare Auslosung, die den Roten Teufeln einen stressfreien Einstieg ins Turnier ermöglichen sollte und die ideale Voraussetzung bietet, um die alternden Schlüsselspieler dosiert einzusetzen und gleichzeitig den jüngeren Kadermitgliedern Spielpraxis auf WM-Niveau zu geben. Meine Einschätzung: Belgien gehört nicht mehr zu den Top-Favoriten, sondern zum erweiterten Kreis der Herausforderer — ein Team mit der Erfahrung und der individuellen Klasse, um jeden Gegner zu schlagen, aber auch mit den Alterserscheinungen und der mentalen Belastung einer Generation, die seit einem Jahrzehnt auf den grossen Moment wartet und ihn möglicherweise nie erleben wird.
Ladevorgang...
Kader und Form — Zwischen Erfahrung und Erosion
Kevin De Bruyne ist der Schlüssel zu allem, was Belgien an der WM 2026 erreichen kann und wird. Mit über dreissig Jahren und einer Verletzungshistorie, die in den letzten drei Saisons bei Manchester City für mehrere längere Ausfälle sorgte, steht De Bruyne vor der grössten Herausforderung seiner Karriere: ein fünfwöchiges WM-Turnier mit bis zu sieben Spielen in nordamerikanischem Klima, mit Zeitverschiebung und Reisestress, physisch und mental durchzustehen und dabei die Kreativität, die Passgenauigkeit und die Spielintelligenz abzurufen, die ihn zum besten Mittelfeldspieler seiner Generation gemacht haben. An seinem besten Tag ist De Bruyne nach wie vor einer der fünf besten Spieler der Welt — die Frage ist, wie viele dieser besten Tage er bei einem WM-Turnier noch hat, wenn der Körper nach einer langen Saison müde ist und die Belastung mit jedem Spiel zunimmt. Bewertung: 8 von 10, mit der klaren Einschränkung, dass Fitness und Belastungssteuerung über die tatsächliche Turnier-Performance entscheiden werden und eine Verletzung De Bruynes das gesamte belgische Turnier zum Einsturz bringen könnte.
Romelu Lukaku im Sturm bleibt Belgiens gefährlichste und zuverlässigste Waffe vor dem gegnerischen Tor — ein Stürmer, dessen Torquote in der Nationalmannschaft zu den besten aller Zeiten im internationalen Fussball gehört und der mit seiner imposanten physischen Präsenz, seinem klinischen und vielseitigen Abschluss mit beiden Füssen und seinem Kopf und seiner Fähigkeit, Bälle in der Spitze zu behaupten, Gegenspieler abzuschütteln und Mitspieler durch intelligentes Ablegen und Wandspiel einzusetzen, für jede Verteidigung der Welt ein permanentes und schwer zu lösendes Problem darstellt, das die gesamte taktische Planung des Gegners beeinflusst und verändert. Lukaku hat in seiner langen und wechselvollen Karriere bei verschiedenen Vereinen immer wieder Kritik, Zweifel und Spott einstecken müssen — bei Chelsea, bei Manchester United, und bei jedem neuen Transfer wurden die gleichen Fragen gestellt —, aber seine Zahlen und seine Bilanz in der belgischen Nationalmannschaft sprechen eine eindeutige und unwiderlegbare Sprache, die keinen Widerspruch und keine Relativierung duldet: über 80 Länderspiele-Tore machen ihn zum mit enormem Abstand erfolgreichsten und produktivsten Torschützen in der gesamten Geschichte des belgischen Fussballs, ein Rekord, der möglicherweise nie gebrochen werden wird und der allein rechtfertigt, dass Lukaku bei der WM 2026 im Kader steht, auch wenn seine besten Klubjahre hinter ihm liegen und seine Rolle im Verein nicht mehr die des unbestrittenen Stammspielers ist, die er in seiner Bestzeit bei Inter Mailand hatte. Bewertung: 7 von 10 — die Torinstinkte sind unverändert vorhanden und bei jeder Ballberührung im Strafraum sichtbar, aber die nachlassende Mobilität und die reduzierte Beteiligung am Kombinationsspiel ausserhalb des Strafraums drücken die Note im Vergleich zu seinen besten Jahren herunter.
Thibaut Courtois im Tor bringt Real-Madrid-Klasse, Champions-League-Erfahrung auf dem allerhöchsten Niveau und eine physische Präsenz mit, die ihn zu einem der besten und imposantesten Torhüter der Welt macht — seine Leistungen in den grössten und druckintensivsten Spielen des europäischen Klubfussballs, einschliesslich des Champions-League-Finales 2022, in dem er mit einer Serie von Weltklasse-Paraden den Titel für Real Madrid sicherte, gehören zu den beeindruckendsten und denkwürdigsten der gesamten Torwart-Geschichte und beweisen, dass Courtois unter dem allergrössten Druck seine allerbeste Leistung abruft und nicht unter der Last der Erwartungen zusammenbricht. Bei einer WM, wo ein einziger gehaltener Elfmeter oder eine einzige entscheidende Parade in der Nachspielzeit den Unterschied zwischen Weiterkommen und Ausscheiden ausmachen kann, könnte Courtois der Spieler sein, der Belgiens Turnier am Leben hält und der Mannschaft die Chance gibt, über ihre eigenen taktischen und physischen Limitierungen hinauszuwachsen. Bewertung: 9 von 10 — einer der drei oder vier besten Torhüter des gesamten Turniers, dessen Wert für die belgische Mannschaft gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.
Die Integration der jüngeren Spieler — die nächste und nachfolgende Generation, die den schwierigen und emotional aufgeladenen Übergang von der goldenen Ära zur Post-De-Bruyne-und-Post-Lukaku-Zeit gestalten und meistern muss, ohne dass das taktische Fundament und die Turnierkultur verloren gehen, die Belgien in den letzten zehn Jahren aufgebaut hat — ist in der Qualifikation gelungen und hat vielversprechende Ergebnisse und Leistungen produziert, ist aber noch nicht auf dem Qualitäts- und Erfahrungsniveau, das für einen tiefen und erfolgreichen WM-Lauf über das Achtelfinale hinaus in die Viertel- oder Halbfinalrunde notwendig wäre, weil die jungen Spieler bei ihren Vereinen noch nicht die tragende Rolle spielen, die De Bruyne, Lukaku und Courtois seit einem Jahrzehnt in ihren Klubs übernommen haben, und weil die Turniererfahrung auf WM-Niveau — die Fähigkeit, unter maximalem Druck in einem K.-o.-Spiel vor 70 000 Zuschauern die richtigen Entscheidungen zu treffen und nicht an der eigenen Nervosität zu scheitern — erst durch das Erleben und Bestehen genau solcher Situationen erworben werden kann und nicht in der Qualifikation oder in Freundschaftsspielen simuliert oder trainiert werden kann.
Die Qualifikation hat Belgien als Gruppensieger abgeschlossen, mit einer Bilanz, die auf dem Papier überzeugend aussieht: sieben Siege, ein Unentschieden und zwei Niederlagen. Das Torverhältnis von 19:8 zeigt jedoch, dass die offensive Durchschlagskraft im Vergleich zu den besten Jahren nachgelassen hat und die Defensive nicht mehr die Zuverlässigkeit bietet, die bei früheren Turnieren das Fundament des belgischen Spiels bildete. Die Integration der jüngeren Spieler — die nächste Generation, die den Übergang von der goldenen Ära zur Post-De-Bruyne-Zeit gestalten muss — ist in der Qualifikation gelungen, aber noch nicht auf dem Niveau, das für einen tiefen WM-Lauf notwendig wäre. Bewertung der Qualifikation und des Kaders: 7 von 10 — solide, mit der klaren Botschaft, dass die besten Tage dieser Mannschaft möglicherweise hinter ihr liegen und die WM 2026 das letzte Kapitel einer grossen, aber unvollendeten Geschichte sein wird.
Gruppe G und Quoten — Was erwartet die Roten Teufel?
Gruppe G ist eine der leichteren Gruppen des Turniers und bietet Belgien die ideale Konstellation für einen kontrollierten und energieschonenden Einstieg ins Turnier — Ägypten als stärkster Gegner bringt zwar afrikanische Leidenschaft, technische Finesse und die Begeisterung einer der traditionsreichsten und bevölkerungsreichsten Fussballnationen des afrikanischen Kontinents mit, hat aber auf WM-Niveau bisher nicht die Konstanz und die taktische Reife gezeigt, die nötig wäre, um einen etablierten europäischen Topfavoriten wie Belgien in einem Gruppenspiel ernsthaft zu gefährden und ihm Punkte abzunehmen. Die ägyptische Mannschaft verfügt über Spieler in europäischen Ligen und bringt die Intensität des afrikanischen Fussballs in jedes Spiel, aber die individuelle Qualitätsdifferenz zu den belgischen Schlüsselspielern ist deutlich und auf dem Platz in den entscheidenden Eins-gegen-Eins-Situationen sichtbar. Der Iran als asiatischer Vertreter hat bei der WM 2022 eine respektable Leistung gezeigt und gegen England gekämpft, verfügt aber nicht über die Kaderbreite und die taktische Flexibilität, um gegen ein Team mit De Bruynes Kreativität und Lukakus Torgefahr über 90 Minuten standzuhalten. Neuseeland als Ozeanien-Champion komplettiert die Gruppe als der mit Abstand schwächste Gegner — ein Team, das den Moment auf der grössten Fussballbühne der Welt geniessen wird, aber sportlich keine realistische Chance auf Punkte gegen die etablierten Fussballnationen der Gruppe hat. Die vollständige Gruppenanalyse bietet alle taktischen Details und meine Prognosen für jeden einzelnen Gruppengegner und jedes Spiel in Gruppe G.
Die Quoten auf Belgien als Weltmeister liegen bei 25.00 bis 35.00 — eine Bewertung, die die Realität einer alternden, aber nach wie vor talentierten Mannschaft korrekt widerspiegelt und Belgien nicht mehr als Mitfavoriten auf den Titel, sondern als respektablen Aussenseiter mit dem Potenzial für einen tiefen Turnierlauf einstuft, der aber nicht als Titelfavorit gehandelt werden kann und sollte, weil die goldene Generation ihr bestes Turnierergebnis — den dritten Platz bei der WM 2018 — bereits hinter sich hat und die Wahrscheinlichkeit, dass sie dieses Ergebnis bei ihrem letzten Turnier übertreffen kann, gering und mit jedem alternden Schlüsselspieler geringer wird. Mein Modell sieht Belgien bei einer Titelwahrscheinlichkeit von 3 bis 4 Prozent, was mit den angebotenen Quoten weitgehend übereinstimmt und keinen signifikanten Value in die eine oder andere Richtung signalisiert. Der Gruppensieg bei 1.40 bis 1.55 bietet keinen besonderen Value, das Viertelfinale bei 3.00 bis 3.50 ist fair und nüchtern bewertet und widerspiegelt die Realität eines Teams, das die Gruppenphase souverän überstehen sollte, aber in der K.-o.-Runde gegen die jüngeren und stärkeren Top-Teams an seine Grenzen stossen und scheitern wird. Wo ich leichten Value sehe, ist die Langzeitwette auf De Bruyne als Turnier-Assist-König — seine kreative Qualität und seine Passfähigkeiten sind nach wie vor auf absolutem Weltniveau, und wenn Belgien vier oder fünf Spiele absolviert und De Bruyne fit und in Form ist, hat er genug Gelegenheiten und die nötige Klasse, um die Assist-Statistik des gesamten Turniers zu dominieren und den Titel des kreativsten Spielers der WM zu gewinnen.
Mein Gesamturteil: Belgien an der WM 2026 bewerte ich mit 6 von 10 — eine Note, die die ungeschminkte Realität einer alternden Mannschaft widerspiegelt, deren goldene und ruhmreichste Jahre unwiderruflich vorüber sind und die mit jedem verstreichenden Monat weiter in die Vergangenheit rücken, die aber noch genug individuelle Klasse, Turniererfahrung und taktische Intelligenz in den Schlüsselpositionen besitzt, um in einzelnen Spielen über sich hinauszuwachsen, die Erinnerung an bessere Zeiten wachzurufen und für emotionale Überraschungen zu sorgen, die den belgischen Fans einen letzten grossen Turniermoment mit dieser Generation bescheren könnten. Das Viertelfinale ist ein realistisches und erreichbares Ziel, wenn die Gruppenphase ohne Überraschungen verläuft und der Achtelfinalgegner nicht zur absoluten Weltspitze gehört. Das Halbfinale wäre ein optimistisches Szenario, das einen perfekten Turnierverlauf voraussetzt und das die physischen und mentalen Grenzen der alternden Schlüsselspieler bis an den Rand des Machbaren strapazieren würde. Und der Titel — der Titel bleibt ein Traum, der mit jeder verpassten Chance und jedem vergangenen Turnier der letzten zehn Jahre unwahrscheinlicher und ferner geworden ist und der bei der WM 2026 eine Wahrscheinlichkeit hat, die ich bei realistischen 3 Prozent sehe — nicht null, aber auch nicht genug, um darauf zu wetten. Prognose: Achtelfinale mit 65 Prozent Wahrscheinlichkeit, Viertelfinale mit 30 Prozent, Halbfinale mit 12 Prozent. Die Roten Teufel werden kämpfen, die Roten Teufel werden alles geben, was sie haben — die Frage ist nur, ob der Kampfgeist und die Leidenschaft dieser Generation diesmal für mehr reichen als für ein weiteres ehrenhaftes und tragisches Ausscheiden und eine weitere Saison der Trauer und Wehmut über das, was hätte sein können, wenn die goldene Generation in ihren besten Jahren nicht an der eigenen Erwartung und am eigenen Anspruch gescheitert wäre.
In welcher Gruppe spielt Belgien bei der WM 2026?
Belgien ist in Gruppe G mit Ägypten, dem Iran und Neuseeland. Die Gruppe gilt als machbar und bietet Belgien die Chance auf einen stressfreien Einstieg ins Turnier.
Ist die goldene Generation Belgiens noch konkurrenzfähig?
De Bruyne, Lukaku und Courtois sind nach wie vor Weltklasse-Spieler, aber das Alter und die Verletzungsanfälligkeit sind reale Risikofaktoren. Meine Bewertung: 6 von 10 — noch stark genug für das Viertelfinale, aber nicht mehr für den Titel.
Erstellt von der Redaktion von „WM 2026 Wetten“.
