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WM 2026 Rückblick 1. Juli — Belgiens spätestes WM-Tor aller Zeiten & Kane überholt Pelé

Updated August 2026
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Es gibt Abende, an denen die K.-o.-Phase ihr ganzes Drama auf einmal auspackt — der 1. Juli war so einer. Belgien lag gegen Senegal nach 85 Minuten mit 0:2 zurück und stand mit einem Bein draussen, ehe ein Elfmeter in der 125. Minute alles auf den Kopf stellte und einen Rekord in die Bücher schrieb. Parallel schoss Harry Kane England mit einem Doppelpack weiter und schob sich auf der ewigen WM-Torschützenliste an einer Legende vorbei, und die USA gewannen ein Spiel, das sie über eine halbe Stunde in Unterzahl bestreiten mussten. Ich gehe die drei Achtelfinal-Partien durch, vergebe meine Noten — und ordne ein, was der Abend für die untere Hälfte des Turnierbaums bedeutet, während heute Nacht die Nati dran ist.

Jubelnde Fussballspieler nach einem späten Tor im ausverkauften WM-Stadion bei Flutlicht
Mein 1.-Juli-Protokoll: ein Rekordtor in der 125. Minute, ein historischer Doppelpack und ein Sieg zu zehnt — drei Spiele, drei Urteile.
  • Youri Tielemans verwandelt in der 125. Minute (124:44) einen Elfmeter zum 3:2 — das späteste Tor, das je bei einer Männer-WM erzielt wurde. Belgien dreht ein 0:2 nach der 85. Minute.
  • Harry Kane trifft beim 2:1 gegen die DR Kongo doppelt (75′, 86′) und steht bei 13 WM-Toren — eines mehr als Pelé (12) auf der ewigen Liste.
  • Die USA schlagen Bosnien-Herzegowina 2:0, obwohl sie ab der 64. Minute nach Baloguns Platzverweis zu zehnt spielen — der Torschütze fehlt nun gesperrt im Achtelfinal.

Belgien – Senegal 3:2 n.V.: der Elfmeter, der Geschichte schrieb

Das war das Spiel des Abends — und eine der grössten Aufholjagden, die ich bei einer WM gesehen habe. Senegal führte durch Habib Diarra (25′) und Ismaïla Sarr (51′) mit 2:0 und kontrollierte die Partie bis tief in die Schlussphase. Dann kam Romelu Lukaku (86′) und leitete mit dem Anschlusstreffer eine irre Schlussoffensive ein; Youri Tielemans glich in der 89. Minute zum 2:2 aus und schickte das Duell in die Verlängerung. Es war der späteste Zeitpunkt, zu dem eine Mannschaft bei einer WM noch mit zwei Toren zurücklag und am Ende nicht verlor.

Und dann die 125. Minute. Nach der längsten VAR-Überprüfung dieses Turniers zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt, und Tielemans verwandelte zum 3:2 — gestoppt bei 124:44, dem spätesten Tor der Männer-WM-Geschichte. Unumstritten war der Pfiff nicht: Auf der Insel zerlegten die Experten die Entscheidung. «I genuinely don’t believe that’s a penalty.» (auf Deutsch: «Ich glaube ernsthaft nicht, dass das ein Elfmeter ist.»), sagte Gary Neville bei Sky Sports, und Roy Keane legte nach: «It’s very, very harsh.» (auf Deutsch: «Das ist sehr, sehr hart.»). Für mich ist die sportliche Wahrheit trotzdem simpel: Wer nach 0:2 in der 85. Minute noch weiterkommt, hat den Aufstieg über 125 Minuten Charakter erzwungen.

Ein Elfmeter in der 125. Minute ist der wetttechnische Albtraum jeder Live-Wette: Wer «Senegal weiter» getippt und bis Sekunde 124:44 gehalten hatte, verlor alles im letzten Moment. Genau deshalb bleibe ich bei K.-o.-Spielen skeptisch gegenüber späten Cash-outs — die Verlängerung schreibt ihre eigenen Gesetze.

Bewertung: 9 von 10. Nicht wegen des umstrittenen Elfmeters, sondern wegen der Moral: Belgien war tot und stand wieder auf. Im Achtelfinal wartet am 6. Juli das rein amerikanische Duell gegen die USA.

England – DR Kongo 2:1: Kanes Doppelpack und ein Platz in der Geschichte

England hat sich mehr Mühe gemacht als erwartet. Die DR Kongo ging durch Cipenga bereits in der 7. Minute in Führung und hielt den Vorsprung bis weit in die zweite Halbzeit — ehe Harry Kane übernahm. Der Kapitän traf in der 75. und der 86. Minute zum 2:1-Enstand und drehte ein Spiel, das lange nach einer Sensation roch. Mit diesen beiden Toren steht Kane nun bei 13 Treffern bei Weltmeisterschaften — und hat damit Pelé (12) auf der ewigen WM-Torschützenliste hinter sich gelassen. Dass er zuvor bereits Gary Lineker als englischen WM-Rekordtorschützen abgelöst hatte, macht diese Woche für ihn endgültig zur Bestmarken-Woche.

Sportlich bleibt für mich ein Fragezeichen: Wer im Achtelfinal gegen einen Aussenseiter erst in der Schlussphase in Fahrt kommt, dem fehlt gegen die dicken Brocken die Konstanz. Im Titelmarkt notiert England weiterhin im Bereich um 8.00 bis 9.50 (Quoten-Schnappschuss der grossen Anbieter, Stand 2. Juli 2026) — für mich eine faire Einordnung eines Teams, das gewinnt, ohne zu überzeugen. Im Achtelfinal geht es am 5. Juli gegen Mexiko weiter.

Bewertung: 6 von 10. Kane rettet die Note im Alleingang; die Mannschaft dahinter war über 74 Minuten erstaunlich harmlos.

USA – Bosnien-Herzegowina 2:0: der teure Sieg zu zehnt

Die Co-Gastgeber sind weiter — aber sie zahlen einen Preis. Folarin Balogun brachte die USA in der 45. Minute in Führung, sah dann aber in der 64. Minute nach VAR-Studium die Rote Karte und liess sein Team über eine halbe Stunde in Unterzahl zurück. Ausgerechnet in Überzahl blieben die Amerikaner das gefährlichere Team: Malik Tillman machte in der 81. Minute mit dem 2:0 alles klar. Ein Sieg mit zehn Mann im Achtelfinal — das ist Charakter.

Der Wermutstropfen wiegt schwer: Baloguns Platzverweis zieht eine automatische Sperre nach sich, der Torschütze fehlt damit im Achtelfinal gegen Belgien (6. Juli). Trainer Mauricio Pochettino tobte nach dem Spiel: «For me, never is it a red card.» (auf Deutsch: «Für mich ist das niemals eine Rote Karte.»). Nachvollziehbar aus seiner Sicht — für die USA ist der Ausfall des Stürmers vor dem Kracher gegen Belgien die schlechteste Nachricht des Abends.

Bewertung: 7 von 10 — für die Reife, ein Spiel in Unterzahl kontrolliert nach Hause zu bringen. Der gesperrte Torschütze kostet den vierten Punkt.

Was der Abend für den Turnierbaum bedeutet

Mit England, Belgien und den USA haben drei weitere Namen ihr Achtelfinal-Ticket gelöst — und die untere Hälfte des Baums nimmt Kontur an. Am 5. Juli trifft England auf Mexiko, tags darauf steigt das rein transatlantische Duell USA gegen Belgien. Ausgeschieden sind die DR Kongo, Senegal und Bosnien-Herzegowina — für Senegal ist es nach dem 0:2-Vorsprung ein besonders bitteres Aus.

Und die Nati? Für uns Schweizer beginnt der eigene Teil der K.-o.-Phase erst jetzt. Heute Nacht — genauer: am frühen Freitagmorgen um 05:00 Uhr Schweizer Zeit — greift die Schweiz in Vancouver gegen Algerien ins Geschehen ein. Was der Abend von Belgien lehrt, nehme ich als Warnung mit: In dieser K.-o.-Phase ist ein Spiel erst vorbei, wenn der Schlusspfiff wirklich ertönt.

Mein Abend-Urteil

Drei Sieger, drei völlig verschiedene Wege: Belgien über ein Rekordtor und pure Wille, England über die individuelle Klasse eines Rekordjägers, die USA über Disziplin in Unterzahl. Mein Bild des Abends bleibt Tielemans‘ Elfmeter in der 125. Minute — ein Tor, das es so in der WM-Geschichte noch nie gab. Für Wettende ist die Lehre klar: In dieser Turnierphase entscheidet die letzte Sekunde, nicht die 85. Minute.

Weiterlesen: meine WM-2026-Tipps für den 2. Juli, meine Vorschau auf das Nati-Spiel gegen Algerien und der WM 2026 Gruppen-Überblick. Zum Titelmarkt: warum Frankreich der Favorit bleibt.

Externe Quellen: ESPN — World Cup, Sky Sports — Football, SRF Sport — Fussball. Quoten Stand wie angegeben (Quoten-Schnappschuss der grossen Anbieter, 2. Juli 2026); Wetten ab 18 — Sportwetten in der Deutschschweiz nur über lizenzierte Anbieter (Sporttip/Swisslos).

Erstellt von der Redaktion von „WM 2026 Wetten“.